Aktuelle Meinung zu den Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen

 

Es ist gut und richtig, dass Kindesmisshandlungen und Kindesmissbrauch aufgedeckt und geahndet wird. Für die Opfer ist es wichtig, dass sie gehört werden und nachträglich Genugtuung erfahren. Die finanziellen Entschädigungen sind dabei zu niedrig.

Wenn man Verbesserungen erzielen will, muss man die Umstände die Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlungen ermöglichen, untersuchen und nach Verbesserungen suchen.

Die aktuellen Vorwürfe in den USA werden ja von den Gegnern der Kirche benützt , um den Kirchen eine allgemeine Schuld zuzuweisen und die Religion darüberhinaus als die Ursache allen Übels hinszustellen. Das ist der Stand der Dinge. In den USA laufen die Ermittlungen und wir können auch nicht die Verhältnisse in den USA auf Deutschland übertragen.

Die aktuellen Vorwürfe gegen kirchliche Einrichtungen in Irland sind Tatsachen, die man nicht wegleugnen kann und soll. Was ist da passiert? Da wurden schwererziehbare  Kinder ihren Eltern weggenommen und in Kinderheime gesteckt. In einigen Fällen wurden sie sogar zur Adoption freigegeben. Das ist unentschuldbar und Papst Franziskus hat dazu gesagt: „Solche Fälle dürfen sich in Zukunf nie wiederholen.“

Mögliche Erklärung: Noch bis in die 70iger Jahre hatte eine durchschnittliche Familie in Irland 4 Kinder. Aus Tradition gingen jeweils ein Mädchen oder ein Junge in kirchliche Einrichtungen. Ob das immer freiwillig geschah, dass darf angezweifelt werden. Auf jeden Fall  waren Angehörige der katholischen Kirche nicht aus Überzeugung Geistliche geworden, sondern den gesellschaftlichen Umständen geschuldet.  Das würde auch erklären, warum einige Täter immer noch uneinsichtig sind und ihr Verhalten rechtfertigen. Mit christlicher Nächstenliebe hat das nichts mehr gemein.

Die Mißbrauchsfälle in Deutschland sind ähnlich gelagert. Auch in Deutschland war es bis in die 70iger Jahre in Bayern Tradition, dass ein Sohn Geistlicher wurde oder dass eine Tochter in einen Orden ging. Das geschah nicht immer freiwillig oder mit der richtigen christlichen Einstellung. Besonders die Frauenorden waren mit Kinderheimen oder Waisenhäusern befasst. Und es darf auch davon ausgegangen werden, dass viele Nonnen keine Ausbildung in Kindererziehung hatten. Im guten Glauben wurden hier Strafen durchgeführt, die im heutigen Sinne ungesetzlich sind.

Was die sexuellen Missbrauchsfälle angeht, da gibt es keine Enschuldigung. Da haben die Kirchen Nachholbedarf an Kontrolle .

Wer jetzt aber glaubt, diese Vorwürfe als Generalanklage gegen die Kirchen verwenden zu können, dem sei gesagt, dass die Mehrzahl bei Kindesmissbrauch und Kindesmisshandelungen nicht in kirchlichen Einkrichtungen stattfinden oder stattgefunden haben . In Deutschland liegt der Anteil der Fälle in  kirchlichen Einrichtungen bei
7 % aller Fälle.

Optimismus ist angesagt. Die Kirche lernt aus den Fehlern . Und wenn der Anteil der Kirche unter 7 % sinkt, dann hat der Skandal einen Sinn gehabt. Man darf nie vergessen, die Schuldigen sind immer nur Menschen. Kranke Menschen, die ärztlicher Hilfe bedürfen oder kriminelle Menschen, die bestraft gehören.

 

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b0321 (2)02

Kreuz aus St. Nikolaus, Ljubljana

St. Leonhard im Bregenzer Wald

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St. Ulrich

Bad Wörishofen-Gartenstadt

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